Cornelius

Namenstage: Cornelius

Namenszusatz: Heiliger, Bischof von Rom (Papst), (Märtyrer), Kanonheiliger, einer der vier Heiligen Marschälle

Gedenktag: 16. September

Patronat: Kornelimünster (Aachen); des Hornviehs; gegen Epilepsie, Krämpfe, Nervenund Ohrenleiden

Cornelius, ein gebürtiger Römer, war nach der ältesten römischen Bischofsliste der 20. Nachfolger des Petrus in der Leitung der etwa 30.000 Mitglieder umfassenden römischen Christengemeinde. Sein Vorgänger Fabianus (Heiliger) war am 20. Januar 250 eines der ersten Opfer der erneuten Christenverfolgung unter Kaiser Decius (249–51) geworden.Erst nach dem Abklingen der Verfolgung  wurde der Presbyter (Gemeindeälteste) Cornelius im März 251 von der Mehrheit zum neuen Bischof von Rom gewählt. Wegen seiner milden Bußpraxis gegenüber den während der 15-monatigen Verfolgung vom Glauben Abgefallenen, die er nach entsprechender Bußleistung wieder in die Gemeinschaft aufnahm, wählte eine rigorose Minderheit Novatianus zum Gegenbischof (Schisma des Novatianus). Doch konnte sich Cornelius dank der Unterstützung der Bischöfe Cyprian von Karthago (Heiliger) und Dionysios von Alexandria (Heiliger) auf einer von 60 Bischöfen besuchten römischen Synode im Herbst 251 auch in der Gesamtkirche durchsetzen. Novatianus und seine Anhänger wurden verurteilt und ausgeschlossen.
Cornelius wurde im Juni 253 von Kaiser Gallienus (253–68), der die Verfolgung wieder aufnahm, nach Centumcellae westlich von Rom (heute Civitavecchia) verbannt, wo er am 14. September starb – wahrscheinlich eines natürlichen Todes und nicht als Märtyrer durch das Schwert, wie die Legende erzählt. Bestattet wurde Cornelius in der Calixtus-Katakombe an der Via Appia (Katakomben San Callisto) – wie auch sein Nachfolger Lucius (bis März 254), der ebenfalls durch eine spätere Legende zum Märtyrer erhoben wurde.
Reliquien des Heiligen Cornelius befinden sich heute in St. Severin zu Köln, sein Haupt in der Benediktiner-Reichsabtei Kornelimünster (heute ein Stadtteil von Aachen).
Cornelius ist Kanonheiliger, d.h. ein Heiliger der katholischen Kirche, dessen Name im Messkanon, dem Hochgebet, genannt wird. Außerdem ist er einer der so genannten vier Heiligen Marschälle – neben Quirinus von Neuß, der um 130 in Rom den Märtyrertod starb, Antonius dem Großen (um 251–356), dem Vater des christlichen Mönchtums, und Bischof Hubertus von Lüttich (um 655–727). Man wähnte sie – wie weltliche Hofmarschälle vor dem Thron des Fürsten – besonders nahe bei Gott, weshalb ihre Fürbitte bei Seuchen und allen persönlichen Nöten als besonders wirksam galt. Man verehrte sie – vor allem im Rheinland – hauptsächlich vom 14. bis 17. Jahrhundert, aber auch heute wieder im Kölner Raum.

Darstellung: im Papstgewand

Attribute: Tiara, Kreuzstab (mit zwei oder drei Querbalken), Buch; Jagd- oder Trinkhorn, Hornvieh (wegen seines Namens); Palmzweig, Schwert (legendäres Martyrium)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010