Ich sage Tschüss!
23.09.2025 |
Diese Wirklichkeit unseres Lebens wird im Wort Abschied zusammengefasst. Ja, Abschied gehört untrennbar zu unserem Leben dazu. So muss sich früher oder später das Kind von seiner Mutter bzw. seinen Eltern lösen, Kindesfreunde gehen irgendwann getrennte Wege, Schulkamerade ebenfalls, beste Freundinnen und beste Freunde können auch nicht immer beieinander sein. Selbst Geliebte müssen durch den unvermeidbaren Abschied, den wir Tod nennen, einander loslassen.
Unser Leben ist ein Kommen und Gehen, ein sich Kennenlernen und sich wieder trennen.
In diesem Sinne ist auch für mich die Zeit gekommen, nach vier Jahren, meine seelsorgerliche Tätigkeit und die damit verbundene Verantwortung in den Gemeinden der Seelsorgeeinheit Auf der Baar und im Dekanat Schwarzwald Baar zu beenden. Dabei geht es aber nicht um eine endgültige Trennung, sondern um einen Stellenwechsel, der für den einen oder anderen ein Wiedersehen in sich bergen kann. Denn ein Wiedersehen ist immer möglich, solange wir leben, wie das alte persische Sprichwort ausdrückt: „Berge begegnen sich nicht!“ (wohl aber Menschen).
Ich blicke auf intensive und bereichernde Jahre zurück. Die pastorale Vielfalt, die verschiedenen Projekte, das Engagement der zahlreichen Ehrenamtlichen, die seelsorgerliche Tätigkeit in den Kindergärten aber auch in der Grundschule haben mir viel Freude gemacht. Für alles was, mir in der Ausübung meines Amtes gelingen konnte, bin ich Gott dankbar. Da auch ich nur ein Mensch bin, gibt es sicher Bereiche, wo ich nicht unbedingt erfolgreich war. Möge Jesus Christus meine Imperfektion vervollkommnen.
Ich danke allen, die mich in irgendeiner Art und Weise unterstützt und mir mit einem guten Wort Mut gemacht haben: den Kindern und Jugendlichen, den Ministrantinnen und Ministranten, dem Seelsorgeteam, dem Vorstand des Pfarrgemeinderates, den Pfarrsekretärinnen, den Mesnern, den Organisten und Chören, der Verrechnungsstelle, die mich in meiner Verantwortung in der Verwaltung unterstützt hat und allen Gottesdienstbesuchern, mit denen ich beten und Gott loben durfte.
Die Baar ist nun Teil meiner Biographie und ich bin nun Teil der Geschichte der Kirchengemeinde Auf der Baar geworden. Denn: „Wir lassen etwas von uns zurück, wenn wir einen Ort verlassen. Wir bleiben dort, obgleich wir wegfahren.“ (Aus dem Film: Nachtzug nach Lissabon).
Herzlich und dankbar nehme ich Abschied von Euch und Ihnen und verbleibe mit Gottes reichstem Segen.
Ihr Pfarrer
Norbert Nutsugan