St. Georg Mundelfingen
Die Pfarrei - Patronatsrecht
Das Dorf Mundelfingen wurde erstmals im Jahre 802 urkundlich erwähnt. Als eigene Pfarrei erscheint Mundelfingen um das Jahr 1200 in einem Verzeichnis der Pfarreien des Klosters St. Gallen. Vorher im 9. Jhrd. soll Mundelfingen einer alten Überlieferung nach zur Pfarrei Aselfingen gehört haben. Das Patronatsrecht der Pfarrei stand also seit jeher dem Kloster St. Gallen zu. Später beanspruchten dies aber die Herrschaft von Schellenberg und später das Haus Fürstenberg. Als Pfarrer Weltin, ein Sohn Mundelfingens 1771 starb, wurde die Pfarrei Mundelfingen dem Domstift Konstanz inkorporiert. Mit dem Übergang des Eigentums und der Rechte des Domstiftes Konstanz an das Großherzogtum Baden (1806) nahm letzteres auch das Patronatsrecht der Pfarrei Mundelfingen in Besitz. Durch Vereinbarung des erzbischöflichen Stuhles mit der Regierung im Jahr 1861, wobei auf das Normaljahr 1809 zurückgegriffen wurde, wurde die Pfarrei Mundelfingen dem Ordinarius zur freien Kollatur überlassen. Ein entscheidendes Ereignis stellte unter Pfarrer Joh. Georg Gruber (1873-1877) die aufkommenden Wellen des Altkatolizismus dar. So musste Gruber am 08.05.1875 unter Tränen mit dem römisch katholisch gebliebenen Teil der Gemeinde die Pfarrkirche mit dem Allerheiligsten verlassen und sich mit der St. Margartenkapelle begnügen. Erst am 23.12.1883 ging die Pfarrkirche wieder an die römisch-katholischen Katholiken über.
Bau der Pfarrkirche
Die Pfarrkirche in Mundelfingen, erstmals 1220 urkundlich erwähnt und vom Kloster St. Gallen gegründet, wurde „Unserer lieben Frowen Gotthuß“ (der Gottesmutter) geweiht. Erst 1489 spricht man von „St. Jörgen Gotthuß“ (St. Georg). Als Pfarrer Weltin (1743-1771) sich entschloss die alte ruinöse Kirche auf dem Friedhof nicht mehr aufzubauen und den Neubau der Kirche ins Dorf zu verlegen, stieß er beim damaligen Vogt und der Gemeindebehörde heftigst auf Widerstand. Der Kirchenbau war auf 4700 Gulden veranschlagt wobei Pfarrer Weltin selbst die Kosten des Rohbaus (2500 Gulden) übernahm und seine zwei Pferde zur Verfügung stellte. Mit der Ausführung des Kirchenbaus wurde der Architekt Peter Thumb von Konstanz betraut. Baubeginn der Barockkirche war 1750 bis Sommer 1751. Erst 11 Jahre später fand die Einweihung durch den Weihbischof Fugger von Konstanz statt.
Die Kaplanei
Das genaue Gründungsjahr der Kaplanei Mundelfingen ist nicht bekannt. 1451 erfolgte erstmals die urkundliche Erwähnung. Betreut wurden Eschach, Opferdingen und Wösdorf (ein wahrscheinlich im 30jährigen Krieg abgegangener Ort zwischen Mundelfingen und Ewattingen). Seit 1870 blieb die Kaplanei unbesetzt und wurde, als sich 1875 die altkatholische Gemeinde bildete, durch Erlass des Großherzöglich Badischen Ministeriums den Altkatholiken als Pfarrhaus überlassen.St. Margareten Kapelle
Bau zwischen 1600 – 1650. Da die damalige Pfarrkirche auf einer Anhöhe außerhalb des Dorfes stand, wollte man älteren Gläubigen besonders in der Winterzeit den schwierigen Weg in die Pfarrkirche ersparen. 1883 wurde die Kapelle den Altkatholiken überlassen, die sie heute noch als ihre Pfarrkirche gebrauchen.
Kirche heute
Die Zahl der Katholiken in Mundelfingen beläuft sich heute auf ca. 540 Personen. Zur katholischen Kirchengemeinde zählen auch der kath. Kindergarten St. Theresia sowie die kath. öffentliche Bücherei, die in den neu gestalteten Begegnungsräumen des Kindergartens untergebracht sind. Ein weiteres Organ der Pfarrgemeinde ist der Kirchenchor St. Georg, der an Festtagen feierlich die Messfeiern umrahmt. Regelmäßig finden Gebetstreffen der Schönstatt-Frauengruppe statt. Beim sich alljährlich wiederholenden Weltgebetstag der Frauen treffen sich auf überkonfessioneller Ebene mehrere Frauen der katholischen und der altkatholischen Pfarrgemeinde um in der St. Margarethen Kapelle miteinander zu beten. In den letzten Jahren wurden folgende größere Projekte realisiert:
- Komplette Renovation der Orgel.
- Neugestaltung des Kirchenvorplatzes.
- Umbau der ehemaligen Kindergartenwohnung zu Begegnungsräumen für Ministranten und Kinderkrabbelgruppe und der kath. öffentlichen Bücherei.
Anfahrt Kirche St Georg Mundelfingen
Kirche St. Georg Mundelfingen
Hans-Huber Str. 2
78183 Hüfingen-Mundelfingen
78183 Hüfingen-Mundelfingen

